Aus allen Landen frisch auf den Tisch - Ernährung

Die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln stellte eine wichtige Aufgabe der Kaiser im Römischen Reich dar. Eine funktionierende Infrastruktur und gute Verkehrsverbindungen gewährleisteten, dass begehrte Produkte wie Getreide und Spezialitäten selbst über größere Entfernungen transportiert werden konnten.

Auch im Limesgebiet ergänzten eingeführte Lebensmittel das Angebot aus dem direkten Umland der Kastelle. Im Raum nördlich des Mains war die Grundversorgung weitgehend gesichert: Hunderte von Gutshöfen (villae rusticae) in der fruchtbaren Wetterau lieferten Fleisch, Getreide, Obst und Gemüse.

Tierhaltung in den Lagerdörfern

In den Lagerdörfern hielt man zudem für den Eigenbedarf Schweine, Schafe/Ziegen oder Geflügel und legte kleine Gärten an. Rinder, die auch als Transporttiere und Milchproduzenten dienten, waren die häufigsten Fleischlieferanten. Das im Mittelmeerraum beliebtere Schweinefleisch, Geflügel sowie Schaf und Ziege finden sich besonders häufig in den Kastellorten. Im Alltag bildeten ansonsten Getreidebrei (puls) und Brotfladen die Grundlage der Ernährung. An Getreide baute man im Limesraum vor allem Dinkel, Emmer, Nacktweizen und Gerste an.

Gartenbau

Die Römer brachten auch die Gartenkultur ins Limesgebiet. Neue Anbautechniken ermöglichten es, ehemals wilde Obst- und Gemüsesorten wie Apfel, Birne, Brombeere, Kirsche, Wein oder Möhre in gesteigerter Qualität und Menge anzubauen.

Aus dem Mittelmeergebiet eingeführte Arten wie Kirsche, Pfirsich, Walnuss, Melone oder Mangold und Salat wurden nördlich der Alpen bald heimisch. Hülsenfrüchte wie Bohnen und Erbsen waren aufgrund ihrer guten Lagerfähigkeit und ihres hohen Eiweißgehalts weit verbreitet.

Kräuter und Gewürze

Ergänzt wurde dieses Angebot durch Gartenkräuter wie Koriander, Petersilie, Knoblauch und Zwiebeln sowie durch teure Gewürze wie dem aus Indien eingeführten Pfeffer.

Unverzichtbar: Garum

Als Salz-Ersatz war am Mittelmeer produzierte Fischsoße (garum) unverzichtbar. Sie wurde wie Olivenöl, Wein oder eingelegte Oliven in großen Tongefäßen (Amphoren) aus dem Mittelmeerraum geliefert. Die in "besseren Kreisen" schon damals beliebten Austern transportierte man in Kisten, Fässern oder Körben.

Wein, Bier und Essigwasser

Und die Getränke? Mit Wasser verdünnter und aromatisierter Wein galt als Grundnahrungsmittel. Die Soldaten tranken daneben eine Art Essigwasser (posca). Bier braute man schließlich aus Gerste und Dinkel – also nicht ganz nach dem Reinheitsgebot von 1516!

(Larissa Schneider, Institut für Altertumswissenschaften der Justus-Liebig-Universität Gießen, cw)