Gut Freund! Germanen im Gießener Becken

"...kräftigere Körper, straffere Glieder, drohenden Blick und größere geistige Kraft." - So beschreibt der römische Historiker Tacitus im Jahr 98 die germanischen Chatten, einen gefürchteten Gegner der Römer. Ihre Siedlungen lagen vor allem im nördlichen und östlichen Hessen – weit entfernt vom Limes.

In der Nähe des Limes

Doch im Gießener Becken, nur wenige Kilometer nördlich der römischen Reichsgrenze, fand man Überreste germanischer Gräber und Siedlungen. Allein im ehemaligen Gießener Stadtwald legte man vor über 100 Jahren mehr als 30 Gräber frei. Germanen im direkten Vorfeld der Grenze - ein bis heute einzigartiger Befund am Obergermanischen Limes!

Verbündete Roms

Diese Siedler kamen um 100 n. Chr. in die Region, offenbar bald nach der Anlage der Grenze. Ihre Keramik und Tracht entsprechen denen der Chatten. Produkte aus römischen Werkstätten weisen auf enge Kontakte zum römischen Reichsgebiet hin. Vieles spricht dafür, dass es sich bei diesen Germanen um Verbündete (foederati) Roms handelte.

(cw)

"Die Menschen des Stammes haben kräftigere Körper, straffere Glieder, drohenden Blick und größere geistige Kraft. Für Germanen zeigen sie viel Berechnung und Geschick (…)."
P. Cornelius Tacitus (um 58-um 120 n. Chr.)