Lich - Kastell Arnsburg (Alteburg)

Die Anhöhe Alteburg oberhalb von Wetter und Welsbach ist durch Böschungen im Norden und Osten gut geschützt und bietet einen weiten Blick in alle Richtungen. Hier legten schon um die Zeitenwende römische Heere ihre Marschlager an, und hier entstand nach der erneuten Landnahme 83-85 unter Kaiser Domitian (81-96) das nördlichste Kohortenkastell des obergermanischen Limes.

Das Kastell

Das Stabsgebäude (principia) mit Innenhof, Fahnenheiligtum und großer vorgelagerter Halle bestand seitdem frühen 2. Jahrhundert aus Stein, ebenso ein Getreidespeicher und weitere Gebäudereste, die zum Wohngebäude des Kommandanten (praetorium) gehört haben werden. Sechs Mannschaftsbaracken beherbergten die 480 Infanteristen der Hilfstruppen (auxilia). Außerdem ist durch die Bezeichnung der Besatzung eine Reitertruppe überliefert: cohors equitata = Cohorte plus Reiterei.

Heute noch sichtbar

Das Nordtor und die gerundete Nordwestecke wurden heute im Gelände wieder sichtbar gemacht, und an heißen Sommern kann man den Mauerverlauf der principia am unterschiedlichen Bewuchs erkennen - so hatte schon 1842 der Rentamtmann Fabricius das Kastell wiederentdeckt.

Lagerdorf (vicus)

Das Haupttor (porta praetoria) öffnete sich nach Osten zur Wetter. Vor allem an der Straße nach Süden Richtung Friedberg lag das ausgedehnte Lagerdorf. Es wurde wohl im unruhigen 3. Jh. durch eine eigene Umwehrung geschützt. Durch moderne Untersuchungsmethoden sind große Gebäude, Badehäuser und Heiligtümer nachgewiesen, wahrscheinlich auch eine repräsentative Platzanlage (forum) und ein Amphitheater.

(stb)