Das römische Militär

Seit den Militärreformen unter Kaiser Augustus (63 v. Chr.-14 n. Chr.) besaß das antike Weltreich Rom eine stehende Berufsarmee. Die Legionen bildeten das Rückgrat des Heeres.

In diesen rund 5.500 Mann starken Verbänden durften nur römische Bürger dienen. Sie standen meist im Hinterland der Reichsgrenzen. Im 2. Jahrhundert n. Chr. waren in Obergermanien solche Verbände in Mainz (22. Legion) und Straßburg (8. Legion) stationiert.

Die Hilfstruppen (auxilia)

Dazu kamen etwa 17.000-19.000 Auxiliarsoldaten am Limes – insgesamt also rund 28.000-30.000 Mann in dieser Provinz. Die Hilfstruppen (auxilia) rekrutierten sich aus freien Bewohnern der Provinzen oder wurden bei Nachbarvölkern angeworben. In diesen Einheiten dienten Männer, die zumeist nicht im Besitz des römischen Bürgerrechts waren. Sie verpflichteten sich zu 25 Jahren Dienst. In Infanterie- (cohors), Kavallerie- (ala) oder teilweise berittenen Einheiten (cohors equitata) bewachten sie die Außengrenzen des Imperiums.

Überlegenheit in Ausbildung und Ausstattung

Römische Soldaten waren den meisten ihrer Gegner Dank ihrer Ausbildung und der Bewaffnung weit überlegen. Jeder Mann schützte sich mit einem Helm und einem ovalen oder rechteckigen Schild. Am Körper trug er entweder ein etwa 10-12 kg schweres Kettenhemd, Schuppen- oder Schienenpanzer. Angriffswaffen waren in der Regel der Speer und Kurz- oder Langschwert.

Daneben gab es Spezialeinheiten wie Bogenschützen, Panzerreiter und Schleuderer. Jede Einheit verfügte zudem über Pfeil- und Wurfgeschütze.

Alltag im Kastell: Handwerken

Der Dienst an der Grenze war voller Routine: Kampfhandlungen gab es selten, dafür tägliches Training sowie Wach- und Patrouillendienst entlang des Limes. Die Männer fegten die Lagerstraßen, reinigten Latrinen und die Stiefel ihrer Offiziere, heizten die Bäder und verbrachten viel Zeit für die Zubereitung der Verpflegung. Da die Armee auch für den Ausbau der Infrastruktur in den Provinzen des Reiches zuständig war, bauten die Soldaten Wasserleitungen, Straßen und Brücken. Das benötigte Baumaterial, vor allem Ziegel, stellten sie selbst her.

Gute Gründe für den Dienst

Dennoch sprachen gute Gründe für den Eintritt in die Armee: regelmäßige Soldzahlungen, Prämien sowie ausreichende Verpflegung und gute medizinische Versorgung waren den Soldaten sicher. Am Ende ihrer Dienstzeit erhielten die Männer in den Hilfstruppen das volle Bürgerrecht für sich und ihre Familien – der Schritt zum sozialen Aufstieg in der römischen Gesellschaft!

(Ivo Dommaschk, Institut für Altertumswissenschaft, cw)