Der Münzschatz von Holzheim - Versteckte Ersparnisse

Wenn über die Archäologie berichtet wird, ist gerne die Rede von "Schatzsuchern" und "Schätzen". Doch in Wirklichkeit ist ein solcher Fund eine große Seltenheit: Ein Schatz mit römischen Münzen aus dem Gießener Land!

Ein seltener Fund

Bei den Ausgrabungen der hessischen Denkmalpflege im Kleinkastell Holzheimer Unterwald (1988-1991) entdeckte man in einer Lücke der Kastellmauer 35 Münzen. Vermutlich lagen sie in einem Lederbeutel, von dem sich keine Spuren erhalten hatten. Der Hort besteht aus 34 Silbermünzen (Denaren) und einem Sesterz aus Messing.

Ein Monatsgehalt

Die Summe entsprach etwa dem Monatsgehalt eines einfachen Soldaten. Geprägt wurden die Münzen in Rom. Die älteste stammt aus dem Jahr 69 n. Chr., die jüngste wurde spätestens 176 n. Chr. geprägt. Irgendwann um diesen Zeitpunkt muss der Besitzer seine Ersparnisse vor fremden Augen verborgen haben. Warum er das tat, wissen wir nicht. Er kam jedoch nicht mehr dazu, sein Geld wieder an sich zu nehmen.

(cw)

"Nun, die siebzig Talente (Geldbetrag), denke ich, sind unter meiner Bettstelle in sicherer Verwahrung: keine lebendige Seele hat zugesehen, wie ich sie vergrub."
Lukian (um 120-nach 180 n. Chr.)