Pohlheim - Turmstelle 4/49

Beim Wachposten auf dem Sandberg biegt der Limes nach Osten um. Von hier aus hat man einen weiten Blick nach Norden zum Schiffenberg und bis zum Dünsberg, nach Osten und Südosten - zumindest vor dem modernen Baumbewuchs - zum Kleinkastell Hainhaus und über den Limesverlauf hinweg in Richtung Arnsburg.
Der Gießener Psychiatrie-Professor Robert Sommer hatte das Gelände Anfang des 20. Jahrhunderts erworben, um es vor der Zerstörung zu bewahren, und 1935 der Heimatvereinigung Schiffenberg übertragen. Die 1967 neben dem Fundamentrest des römischen Steinturms errichtete Rekonstruktion ist ein Wahrzeichen der Stadt Pohlheim.
Schon damals entsprach die Rekonstruktion nicht ganz dem Wissensstand. Heute würde man auf die modernen Dachziegel verzichten und den Dachtrauf über das Geländer hinaus erweiten. Die Feldsteinmauer hätte in der Antike wohl einen Verputz mit aufgemalten Mauerquadern getragen, und in der Regel rekonstruiert man Limestürme jetzt mit einem dritten Geschoss.